In der modernen Arbeitswelt ist die Verwaltung unzähliger digitaler Identitäten und Logins zur täglichen Routine geworden. Oft sind diese Konten fest an einen Arbeitgeber gebunden und gehen bei einem Jobwechsel verloren. Vor diesem Hintergrund führt DATEV eine grundlegende Veränderung ein, die als technisches Fundament für die nächste Generation von Cloud-Anwendungen dient. Das DATEV-Konto ist nicht nur ein neuer Login, sondern die Basis für eine sichere Authentifizierung im neuen „Cloud-native Rechenzentrum“, über das alle zukünftigen DATEV-Cloud-Anwendungen zugänglich sein werden.
Denken Sie an Ihr Microsoft- oder Google-Konto: eine einzige, persönliche Identität, mit der Sie auf ein ganzes Ökosystem von Diensten zugreifen – genau dieses etablierte Prinzip bringt DATEV nun in die professionelle Welt der Steuer- und Wirtschaftsberatung. Dieser Artikel beleuchtet fünf der wichtigsten und grundlegendsten Prinzipien über das neue DATEV-Konto, die jeder Nutzer im DATEV-Ökosystem verstehen sollte.
1. Es ist Ihr Konto fürs Leben – nicht das Ihrer Firma
Der fundamentalste Wandel ist die Philosophie hinter dem Konto: Es gehört der natürlichen Person, nicht der Organisation (Kanzlei oder Unternehmen), für die sie arbeitet. Das DATEV-Konto wird von Ihnen persönlich erstellt, verwaltet und ist vollständig von jeder Organisationseinheit unabhängig.
Die weitreichendste Konsequenz daraus ist, dass Sie Ihr Konto bei einem Wechsel des Arbeitgebers oder des Steuerberaters einfach „mitnehmen“ können. Es ist als eine lebenslange digitale Identität konzipiert. Die Vision von DATEV unterstreicht diesen Ansatz:
Im Idealfall hat eine Person ein DATEV-Konto und verwendet es zukünftig in unterschiedlichen beruflichen oder privaten Kontexten ein Leben lang.
2. Ihr Admin kann es nicht für Sie anlegen (und das ist Absicht)
Entgegen der gängigen Praxis in vielen Unternehmen, wo die IT-Abteilung Benutzerkonten anlegt, ist dies beim DATEV-Konto bewusst anders. Jede Person muss ihr eigenes DATEV-Konto selbst anlegen. Eine zentrale Einrichtung durch einen Administrator ist nicht möglich.
Dieser Ansatz ist eine direkte Folge des Konzepts der persönlichen Identität. Da das Konto Ihnen und nicht dem Unternehmen gehört, liegt die Erstellung und Verwaltung konsequenterweise in Ihrer alleinigen Verantwortung. Dies stellt sicher, dass die Identität von Anfang an von der Kontrolle eines einzelnen Arbeitgebers entkoppelt ist.
3. Ihre SmartCard wird (vorerst) nicht überflüssig
Die Einführung des DATEV-Kontos bedeutet nicht das sofortige Ende bewährter Anmeldeverfahren. Sie werden sich auch weiterhin wie gewohnt mit Ihrer SmartCard oder Ihrem SmartLogin anmelden. Die Aufforderung, Ihr bestehendes Anmeldeverfahren mit dem DATEV-Konto zu verknüpfen, ist ein notwendiger Vorbereitungsschritt für zukünftige Entwicklungen.
Für den Moment ist die sichtbarste Änderung nach der Verknüpfung oft nur das neue Erscheinungsbild der Anmeldeseite. Das zugrundeliegende Authentifizierungsverfahren (SmartCard/SmartLogin) bleibt für die bestehenden DATEV-Cloud-Anwendungen zunächst unverändert.
4. Ein Konto für alle Fälle – auch bei mehreren Arbeitgebern
DATEV empfiehlt ausdrücklich, nur ein einziges DATEV-Konto zu verwenden, selbst wenn Sie für verschiedene Organisationen (z. B. mehrere Kanzleien oder Unternehmen) tätig sind und dort jeweils eigene Anmeldeverfahren besitzen.
Der Vorteil dieses zentralen Ansatzes liegt in einem konkreten, zukünftigen Effizienzgewinn. Mit der Weiterentwicklung des DATEV-Portfolios erhalten Sie durch ein einziges Konto eine „praktische Kontextauswahl“. In Zukunft ermöglicht Ihnen dies, mit nur einer Anmeldung nahtlos zwischen Ihren verschiedenen Mandaten oder Arbeitgebern zu wechseln, ohne sich umständlich aus- und wieder einloggen zu müssen. Ein wichtiger technischer Aspekt dabei ist: Sobald Sie ein Anmeldeverfahren (z. B. eine SmartCard) mit Ihrem DATEV-Konto verknüpfen, werden alle anderen Anmeldeverfahren, die auf Ihre Person registriert sind, automatisch ebenfalls mit diesem einen Konto verknüpft.
5. Das Konto ist Ihr Ausweis, nicht Ihre Berechtigung
Um das Konzept des DATEV-Kontos vollständig zu verstehen, hilft eine einfache Analogie: Das Konto ist Ihr digitaler Personalausweis, aber nicht Ihre Eintrittskarte. Es dient als eindeutiger Identitätsnachweis – es bestätigt, wer Sie sind.
Das Konto selbst enthält jedoch keinerlei Berechtigungen für den Zugriff auf Anwendungen oder Daten. Die Rechtevergabe findet unverändert dort statt, wo sie hingehört: in der jeweiligen Organisation. Ein Administrator vergibt wie bisher die notwendigen Berechtigungen für Ihre Person, zum Beispiel über die „DATEV Rechteverwaltung online“. Das DATEV-Konto beweist Ihre Identität, die Rechteverwaltung legt fest, was Sie tun dürfen.
Fazit
Das DATEV-Konto ist mehr als nur eine technische Neuerung; es ist ein Paradigmenwechsel. Es etabliert eine persönliche, lebenslange und portable digitale Identität, die den Nutzer in den Mittelpunkt stellt und ihn von den Fesseln einer einzelnen Organisation löst. Dieser Schritt bereitet das gesamte DATEV-Ökosystem auf eine flexiblere und vernetztere Zukunft vor.